5. Die Herkunft des Hundes – Rüde oder Hündin?

Es gibt viele Möglichkeiten an einen Hund zu gelangen. Es gibt super Tierheimhunde, deren Eigenschaften vom Personal hervorragend beschrieben werden. Eine Überraschung bleibt meist aus. Ich kann nur betonen: Finger weg vom Hundekauf aufgrund von Fotos beschönigter Tierschutzorganisationen oder unseriöser Züchter. Ein überschneller Hundekauf macht niemanden glücklich und kann wirklich gefährlich werden.


Die Wahl der geeigneten Zuchtstätte sollte sehr gewissenhaft ablaufen. Die Lebensweise der Züchter sowie deren Wahl der Zuchttiere sollten zu deiner Familie passen. Auch dein Bauchgefühl spielt hierbei eine gewisse Rolle. Die Suche nach meiner jetzigen Züchterin hat vor ca. zwei Jahren begonnen. Keine andere Zucht hat mir das Gefühl gegeben, DIE ist es! Vor genau einem Jahr habe ich mich für diese eine Zucht entschieden und nun ist er da, der wunderbare C-Wurf der Malinois-Zuchtstätte Gioia mia.


Das A und O bei Familienhunden ist (1) Wesensfestigkeit der Elterntiere, (2) körperliche Gesundheit und (3) eine gute Sozialisierung. (1) Die Elterntiere sollten Menschen zugewandt und klar in der Kommunikation sein sowie eine hohe Reizschwelle aufweisen. (2) Sie sollten frei von rassetypischen Erbkrankheiten sein. Hat ein Hund körperliche Probleme, wird er sich von den Kindern abwenden. Er kann übertriebene Abwehrreaktionen zeigen um möglichen Schmerz abzuwenden. (3) Der Welpe sollte eine gewissenhafte Sozialisierung erfahren. Ist die Sozialisierung in den ersten Wochen schief gelaufen, wird diese den Hund sein Leben lang begleiten. Günther Bloch klärte mich einst in Bezug auf unseren verstorbenen Malinois Simba auf: Die Erfahrungen der ersten acht Wochen sind unwiderruflich! Ein Beispiel: Ein Hund, der im Welpenalter keine Möglichkeit hatte sich aus unangenehmen Situationen zu entziehen, lernt, sich durch Abwehrreaktionen nach vorne eine größere Distanz zu verschaffen – es wird ein Angstbeißer. Hat ein Welpe keine Menschen kennengelernt, wird er später scheu bleiben. Wir dürfen allerdings nicht vergessen, es gibt auch Rassen, die im Welpenalter zutraulich sind und in der Pubertät scheu oder territorial werden. Scheu kann zum Bespiel ein Wolfshund werden, territorial der Schäferhund. Natürlich spielt bei der Entwicklung zu einem zuverlässigen Familienhund auch die kompetente Erziehung eine große Rolle. Doch was der Hund in den ersten Lebenswochen erfahren hat, wird ihn sein Leben lang begleiten!


Nun zur Frage Hündin oder Rüde?

Darüber kann ich keine Aussage treffen. Es hat beides seine Vor- und Nachteile. Hündinnen werden läufig, können in der Zeit ihres Zyklus ihr Verhalten verändern, sie können aggressiv oder depressiv werden. Rüden können in der Zeit, in der Hündinnen vermehrt läufig sind, aggressiver und selbständiger werden. Es gibt Rüden und Hündinnen, denen die hormonellen Veränderungen groß nicht anzumerken sind. Weshalb ich mich dieses Mal für eine Hündin entschieden habe, ist recht einfach. Ich selbst hatte noch nie eine Hündin im Familienverband. Ich möchte es selbst erleben. Mich interessiert ihre Verhaltensänderung auf Grund des hormonellen Status. Wie verhält sie sich meinen Kindern gegenüber? Ist sie ihnen zugewandter? Ein weiterer Grund ist unser Hund Cash. Zu Pflegehündinnen baut er eine engere Bindung auf als zu Rüden.