7. Was darf mein Hund zu Hause? – zu Hause ist Pause

Je klarer deine Vorstellung ist, was dein zukünftiges Familienmitglied in deiner Umgebung darf und nicht darf, umso weniger Reibungspunkte gibt es. Hunde untereinander sind uns in Einem klar im Vorteil: Sie wissen was sie wollen und was sie nicht wollen. Zieht ein Welpe neu ein, zeigt der Ersthund anfangs ganz klar, das ist mein Platz, verschwinde! Er hat dabei kein schlechtes Gewissen oder denkt sich: „Du bist ja soooooo süß, komm auf meinen Platz, ich teile gerne mit dir.“ Anfangs ist der Ersthund sehr kleinlich mit dem Neuankömmling. Hunde sind Opportunisten und zunächst einmal auf ihr eigenes Wohl aus. Je länger der Zweithund da ist, umso mehr Rechte bekommt dieser, eine Beziehung zwischen den zwei Hunden entsteht.

Ein Welpe lernt wie ein Kind und verändert sich wie wir Menschen aufgrund seiner Lernerfahrungen, seiner wachsenden individuellen Interessen und seiner hormonellen Entwicklung. Die ersten anderthalb Jahre können echt echt an die Substanz gehen! Erinnerst du dich noch daran, wie du das Lesen und Schreiben gelernt hast? Wie stolz deine Eltern waren, als du dir selbst die Schuhe binden oder deine Zähne putzen konntest? Du hast es schrittweise gelernt. So lernt auch dein vierbeiniger Freund.


Alle Bezugspersonen des Hundes sollten sich an einen Tisch setzen, um gemeinsam bestimmte Signalwörter, Sichtzeichen und Grundregeln festzulegen. Dabei werden Regeln aufgestellt und niedergeschrieben. Es wird ein Vertrag ausgehandelt. Denn: Von allen Bezugspersonen konsequent eingehaltene Regeln geben dem Hund Sicherheit und Orientierung. Der Hund kann sich entspannen und voll auf seinen Menschen verlassen.


Sei dir im Klaren, dass Regeln, vorhandene Rituale und eventuell auch Signalwörter im Laufe der Entwicklung deines Hundes Änderungen unterliegen. Das Zusammenleben mit einem Hund ist ein dynamischer Prozess.


Was darf mein Hund zu Hause?

Anbei werden ein paar Beispiele aufgeführt, welches Verhalten des Hundes zu Hause erlaubt und welches verboten ist. Bitte pass die Signale und Regeln unbedingt an deinen persönlichen Lebensstil an.


Zu Hause ist Pause: Lernt dein Hund zu Hause keine Beschäftigung zu erwarten, kann er hier entspannen. Das gemeinsame Abenteuer beginnt auf dem Spaziergang.


Hundenest: Der Hund benötigt feste Plätze in seinem neuen Zuhause. Hier kommt er zur Ruhe und kann sich entspannen. Auch für Kinder sind diese Plätze tabu!!!


Kontrolle: Der Hund darf dich nicht auf Schritt und Tritt verfolgen. Er soll lernen, in seinem Hundenest o.ä. zur Ruhe zu kommen – eine wichtige Voraussetzung für das „Alleine bleiben“.


Tisch: Der Hund bekommt nichts vom Tisch. So kannst du bettelndem Verhalten vorbeugen.


Fütterung: Der Hund darf nach einem kurzen Blickkontakt sowie einem Signalwort (zum Beispiel „Okay“) in Ruhe fressen. Er bekommt zwei bis drei Mal täglich Futter. Der Futternapf bleibt nicht mit Futter gefüllt stehen.


Fütterung von Leckerlis: Damit der Hund schlank bleibt, sollten die Leckerlies von der Futterration abgezogen werden. Als Leckerlies eignen sich: abgekochte Pute, Käse, ungesüßte Pfannkuchen oder reguläres Hundefutter. Der Kauf teurer Produkte ist überflüssig.


Spielzeug und Kauartikel: Das Spielzeug bekommt dein Hund während des gemeinsamen Spiels mit dir oder mit anderen Hunden. Der Kauknochen wird beiseitegelegt, sobald der Hund das Interesse an diesem verloren hat. Er wird nicht liegen gelassen – die Ressourcen verwaltest du. Das Spielzeug der Kinder ist IMMER tabu! Ausnahme: In der Zeit während des Zahnwechsels bietet es sich an, dem Welpen/ Junghund ein Spieltau anzubieten. Auch nervöse Hunde benötigen zum Teil etwas zum Herumtragen. Allerdings sollten sich die herumliegenden Objekte auf jeweils einen Kauartikel und ein Spielzeug beschränken. Achtung: Plastikbälle, sowie deren zerkaute Überreste, können vom Hund verschluckt werden und zu einem Darmverschluss führen! Eine bittere Erfahrung, die Simba beinahe mit seinem Leben bezahlen musste.


Zu Hause ist Pause: Zu Hause sollte der Hund zuallererst ruhen und entspannen. Während des Spaziergangs an der frischen Luft ist Aktion mit seinem Menschen angesagt. Hier sollte der Hund wiederum im Mittelpunkt stehen.


Spiel mit den Händen: Rangeleien, Provokationen und Hochpuschen mit den Händen ist tabu. Dafür gibt es Spielseile! Hände sind zum Streicheln da, insbesondere im Zusammenleben mit Kindern!

Entspannungstraining: Zu Hause und im Freien wird dein Hund gezielt gestreichelt und massiert.

Sofa/ Bett: Der Hund darf nur auf ein Signal hin auf den Platz seiner Menschen.


Entwurmen und Zeckenprävention: Je nach Hundecharakter, seinem Verlangen nach Mäusen, Kot und Aas ist eine regelmäßige Entwurmung im Zusammenleben mit Kindern sehr ratsam. Auch Zecken, die am Hundefell kleben wandern gerne auf Kinder. Es gibt mittlerweile gut verträgliche Tabletten gegen Ektoparasiten. So kommen unsere Kinder beim Streicheln nicht mit dem Zeckenmittel in Berührung.


Impfen: Steht außer Frage, ein Muss!