10. Gefahren für Kinder

Der beste Freund unserer Kinder ist und bleibt ein Hund!


Hier stelle ich euch beispielhafte Gefahrenquellen für unsere Kinder im Zusammenleben mit einem Familienhund vor.


Gegenstände als Erziehungsmittel: Die unten aufgeführte Bilderreihe zeigt, wie Cash meine Tochter erzieht. Er hat das Etikett des Tragetuches auf eine charmante Arte für sich in Anspruch genommen - er legt die Schnauze auf den Zettel. Wer kommt schon auf dieses Etikett??? Ich habe meine Kinder in diesem Alter (0 - drei) nie unbeobachtet mit Cash gelassen. Das Alter, in dem die Kinder mobil werden, ist, in meinen Augen ein recht kritisches. Kleinkinder sind tollpatschig und zum Teil recht aufdringlich. Der Hund kann das Gefühl bekommen, den Erzieher spielen zu müssen. Kleinkinder haben noch nicht die Fähigkeit die vom Hund gesendeten Signale richtig zu interpretieren. Hier sind die Eltern gefragt.


Heute wissen meine Kinder (drei und fünf) ganz genau, wann sie Cash in Ruhe lassen müssen und wann sie ihn streicheln dürfen. Liegt er auf der Treppe, knurrt und macht keine Anstalten, sich von dieser zu bewegen, werde ich sofort von meinem Sohn gerufen. Meiner Tochter macht Cash sofort Platz, meinem Sohn gegenüber zeigt Cash aktuell deutlich, dass seine Wünsche nichts zählen. Cash knurrt und meine Kinder lassen augenblicklich von ihm ab. Wobei solche Situationen sehr sehr selten zustande kommen. Cashs Gereiztheit ist meist abhängig von seinem gesundheitlichen Zustand. Das Gute: Cash hat gelernt, zu warnen. Er ist im Umgang mit Menschen sehr geduldig und klar. Zudem habe ich ihn IMMER vor meinen Kindern geschützt.


Besuchskinder: Besuchskinder dürfen nur unter der Aufsicht eines Erwachsenen zu dem Hund. Verzieht sich der Hund auf sein Hundenest, darf keiner an ihn ran!


Hundespielzeug: Der Hund kann sein Hundespielzeug gezielt auf weiter Entfernung ablegen und fixieren. Nähert sich ein Kind unbeabsichtigt diesem Spielzeug, nimmt den fixierenden Blick des Hundes nicht wahr, kann der Hund blitzschnell an den Ball huschen und diesen für sich beanspruchen (ähnlich der Bilderreihe). Dieses Verhalten zeigen Hunde auch untereinander. Hunde nutzen ihr Spielzeug zum Imponieren und auch zum Provozieren. Sie schmeißen es in die Luft und spielen damit, während sie ihr Gegenüber nicht aus den Augen lassen. Beobachtet Hund und Kind immer während des gemeinsamen Spiels.


Kauartikel/ Futterbeutel: Je nachdem woher der Hund kommt, was für Erfahrungen er im Laufe seines Lebens gemacht hat, kann es sein, dass er seine Kauartikel und den gut gemeinten Futterbeutel seinen Menschen gegenüber stark verteidigt. Beobachtet euren Hund. Wie geht er damit um, wenn ihm ein Mensch einmal seinen Kauartikel wegnimmt oder das gut gemeinte Spiel mit dem Futterbeutel aufbauen möchte. Wird er steif, friert er ein, beginnt er zu knurren... Dann überlasst ihm in diesem Moment das gute Stück. Es kann gut sein, dass dieser Hund nur unter bestimmten Bedingungen Kauartikel zur Verfügung gestellt bekommen kann und der Futterbeutel nicht einsetzbar ist.


Hundeplatz: Zieht sich der Hund auf sein Hundenest zurück, bedeutet es: Die Kinder halten sich fern!


Schmusen auf dem Sofa: Hunde sollten nur auf ein Signal hin auf das Sofa. So wird vorgebeugt, dass er dieses für sich beansprucht, sobald die Erwachsenen außer Sichtweite sind.


Disziplinieren: Kinder weisen den Hund NIE zurecht oder versuchen sich körperlich durchzusetzen. Der Hund kann dies als Respektlosigkeit einstufen und sich wehren.


Fütterung und Wassernapf: Die Kinder können den Hund prima füttern. Der Hund sollte anschließend in Ruhe fressen dürfen. Im Grabbelalter habe ich meine Kinder tausende Male von Cashs Wassernapf weggesetzt - die gleiche Erziehung wie es der Hund erfährt ;)


Essen: Kinder laufen zum Teil mit ihrem Essen durch die Gegend. Der Hund ist ein Opportunist... Schwupps, hat er das Brötchen aus der Hand geklaut. Kinder sollen am Tisch essen oder aber der Hund liegt, während die Kinder etwas essen, auf seinem Platz.


Kuscheln: Der Hund ist kein Kuscheltier. Hunde mögen es hin und wieder gestreichelt zu werden. Sie mögen allerdings nicht, an den Haaren gezogen, in die Augen gepikst oder an den Füßen gezogen zu werden. Auch können sie es ganz und gar nicht leiden, wenn die Kinder über sie drüber krabbeln. Den Hunden quellen die Augen förmlich aus dem Gesichtsschädel, sie beschwichtigen und niemand reagiert, sie drohen und niemand reagiert, sie beißen und das Geschrei ist groß. Hunde senden meist so viele Signale bevor es ernst und gefährlich wird.


Irrglaube - Rangordnung: Die Meinung, der Hund sei das rangniedrigste Mitglied der Familie, ist veraltet. Rational kann das der Mensch begründen und sich schön und einfach zurechtlegen: "Der Hund ist das niedrigste Familienmitglied. Es bedarf keinerlei Erziehung der Kinder und der Hund hat sich überall in jeder Situation unterzuordnen." So einfach ist das zum Glück nicht, wir leben in einem Familienverband. Ich würde sogar behaupten, der Hund kommt vor den Kindern an die Reihe. Denn ein unausgelasteter Hund ist eine Gefahr für die Kinder! Je jünger die Kinder sind, umso anstrengender kann es im Zusammenleben mit einem Hund sein. Die geteilte Aufmerksamkeit bietet dem Hund die Möglichkeit auszubrechen und sich zu verselbständigen. Je älter die Kinder werden, umso leichter wird das Zusammenleben, umso besser werden sie vom Hund angenommen. Die Kinder werden motorisch immer feiner und berechenbarer. Udo Gansloßer erklärte auf einem Seminar über Hundesenioren (2014), dass die zunehmende Akzeptanz der Kinder auch mit dem Hormonhaushalt, deren körperlichen Reife zusammenhängen kann. Der Hund ist ein Makrosmat (Nasentier), und sein Hauptsinn ist die Nase.


Spaziergänge: Spaziergänge sind eine riiiiiiesen Gefahr für die Kinder. Bedauerlicherweise sehen es viele kinderlose Hundehalter nicht so...

Fremde Hunde, die zu einem angeleinten Hund inmitten einer Kindergruppe laufen, sind eine Gefahr für die Kinder und Jugendlichen. Sie werfen die Kinder um oder können selbst Teil einer Auseinandersetzung werden. Ich weiß nicht, ob Hundehalter den Eindruck bekommen: "Hey, der Hund ist sicher total lieb, er läuft mit Kindern durch die Gegend." Nur weil Jugendliche oder Familien mit ihrem Hund unterwegs sind, heißt das nicht, dass fremde Hunde zu diesem Hund dürfen. Auch heißt das nicht, dass mein Hund aufgrund der Familie oder des jungen Hundehalters besonders verträglich ist! Hunde mit Familienanschluss verändern sich, sie haben Nachwuchs zu „beschützen“. Cash verträgt, seitdem wir Kinder haben, keine fremden Rüden in der Nähe seiner Familie. Wer sich mit der Biologie des Hundes etwas beschäftigt, weiß, dass sich fremde Hunde nicht „Hallo“ sagen. Die kurze Begegnung gleicht eher einem Abchecken, was gut oder schlecht ausgehen kann. Fremde Hunde stehen in keinerlei Beziehung zueinander. Um Hundefreundschaften zu pflegen, gibt es doch die Möglichkeit des Verabredens oder die täglichen zufälligen Treffen der sich schon bekannten Hunde.

Es kostet so viel Kraft und Nerven! Je jünger die Hundehalter sind, umso weniger werden sie ernst genommen. Es sollte selbstverständlich sein, dass jeder Hund so lange bei seinem Besitzer bleibt, bis sich die Hundehalter untereinander verständigt haben und dann nach Absprache die Hunde rennen lassen. Ich habe schon erlebt, dass sich der ein oder andere Hundehalter in seiner Freiheit beraubt gefühlt hatte, seinen vierbeinigen Kumpel anleinen zu müssen. Das kann es wirklich nicht sein...